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Der Dienststellenausschuss Jägerbataillon 25 - Arbeit im Hintergrund!

ACTA, NON VERBA! Nicht Worte, sondern Taten!

 

Obstlt Wolfgang Kautzki, Vorsitzender des DA/JgB25
Obstlt Wolfgang Kautzki, Vorsitzender des DA/JgB25

Dieser Artikel wurde (bis auf wenige Aktualisierungen) gleichlautend im „Roten Barett“, der Truppenzeitung des JgB25, in der Ausgabe 01/2019 veröffentlicht. Die folgenden Zeilen verdienen es, angesichts der anstehenden PV-Wahl gelesen zu werden.

 

Die Funktionsperiode des Dienststellenausschusses Jägerbataillon 25 (DA/JgB25) nähert sich ihrem Ende. Der Wahltermin Ende November rückt näher. Höchste Zeit also auch über die Tätigkeit der Personalvertretung (PV) und meine persönlichen Eindrücke und Ansichten zu berichten...

Der Zuständigkeitsbereich des DA umfasst nicht nur das JgB25 sondern auch die Betriebsstaffel Khevenhüllerkaserne. Der Fokus der folgenden Zeilen liegt fast ausschließlich am JgB25. Es sei aber allen versichert, dass der DA sich entsprechend um die Betriebsstaffel kümmert und auch hier viel Zeit und Energie einsetzt.

Neben der Wahrnehmung der gesetzlich vorgegebenen Aufgaben war und ist es meine Prämisse, gemeinsam mit dem Bataillonskommandanten (BKdt) für das Wohl des Verbandes einzutreten, getreu dem Motto getrennt kämpfen – gemeinsam schlagen. Davon ist abzuleiten, dass PV nicht an der Kasernenmauer enden darf. Sollte es nötig und gerechtfertigt sein, gilt es, das Gegenüber durch sachliche Argumentation zu überzeugen und als ultima ratio alle möglichen Maßnahmen zu setzen; in der Zusammenarbeiten mit dem BKdt kam es jedoch nie so weit. Vermeiden wollte ich den Aufbau einer Parallelstruktur; erst wenn sich am Dienstweg nichts mehr bewegt, sollte der Weg zur PV eingeschlagen werden. Auch deshalb weil auf DA-Ebene jeder Personalvertreter klarerweise auch seine „eigentliche“ Arbeit verrichten muss und sich so durch diese ehrenamtliche Tätigkeit einer nicht zu unterschätzenden Mehrbelastung unterwirft. Vor allem dann, wenn man beide Bereiche ernst nimmt!

Gemeinsam mit dem BKdt wurde vor allem bei der Erstellung des Organisationsplanes (OrgPlan) ein Vorschlag erarbeitet, der auf zwei Angriffsachsen ins Ziel gebracht werden sollte. Doch wie in so manchen anderen Fällen werden vorgelegte „Ideen“ in einem hierarchischen System nicht immer umgesetzt. Das oberste Organ der PV, der Zentralausschuss (ZA) kann klarerweise nicht nur Einzel-Anliegen vertreten, sondern sollte, nein muss das Ganze im Auge behalten. Trotzdem stellt gerade die Festlegung des neuen OrgPlanes ein Beispiel dar, wo die vorgebrachten und begründeten Argumente nicht entsprechend weitertransportiert wurden. Ergänzend sei angemerkt, dass mehrmalige Angebote, an den Beratungen des ZA als „Fachexperte“ teilzunehmen durchwegs abgelehnt wurden. Trotzdem gelang es auch Einiges zu bewegen; der größte Erfolg ist sicherlich die Verlängerung des Höchstverpflichtungszeitraumes für Militärvertragsbedienstete, die letztendlich mit der Schaffung des Dienstverhältnisses Militärperson auf Zeit-Charge / Kaderpräsenzeinheit (MZCh/KPE) umgesetzt wurde. Auch bei den Überarbeitungen des KPE-Personalsteuerungserlasses wurden unsere Anregungen zumindest teilweise umgesetzt, beispielsweise bei der Beibehaltung der grundsätzlichen Bevorzugung von KPE-Soldaten bei Arbeitsplatzbewerbungen bei gleicher Eignung. Leider ist mir bis dato nur ein Fall bekannt, in dem diese erlassmäßige Vorgabe auch eingehalten wurde und zwar sowohl im Bereich der PV als auch auf Dienstgeberseite! Für einige unmittelbar spürbar war die Beseitigung der Ungleichbehandlung beim Überstundenanspruch der KPE-Chargen im Zuge der Kaderanwärterausbildung, die durch unsere Zuarbeit unterstützt wurde. Leider gab es jedoch keine rückwirkende Gleichstellung. Erwähnt werden darf auch der letztendlich gescheiterte Versuch, die Abgeltung der Evaluierungsübung am Gefechtsübungszentrum Altmark im Mai 2017 zu verbessern. Obwohl hier sehr viel Zeit zur Recherche und Bearbeitung investiert wurde, blieb der Erfolg letztendlich leider aus. Die im Jahr 2017 angeordnete 24-Stunden-Bereitschaft – ohne jeglicher Art der Abgeltung – konnte durch unsere Intervention im Wege des Fachausschusses Kärnten beim Kommandanten der Landstreitkräfte klargestellt und in eine gewöhnliche Alarmierung umgewandelt werden.

 

Äußerst erfreulich sind die getroffenen Personalmaßnahmen zu sehen, bei denen letztendlich immer gute und nachvollziehbare Lösungen gefunden werden konnten, wobei es dabei unausweichlich ist, dass es im Zuge von Arbeitsplatzeinteilungen immer unzufriedene Gesichter gibt und geben wird.

 

Ein starkes Indiz für die Einigkeit und gleiche Stoßrichtung innerhalb des DA ist die Tatsache, dass die überwiegende Anzahl unserer Beschlüsse einstimmig gefasst wurden.

 

Nehmen und geben! Diesen Spruch haben viele unserer Chargen bei ihrer Angelobung ins Dienstverhältnis von mir gehört. Nur die zuerkannten Rechte einzufordern ohne die auferlegten Pflichten zu erfüllen – so können der Dienstbetrieb und ein gedeihliches Miteinander nie funktionieren. Diese Einstellung muss aber unbeschadet des Dienstgrades gelebt und eingefordert werden.

 

Der Masse der Bediensteten bleibt die Arbeit der Personalvertreter verborgen. Dies ist einerseits auf die Vertraulichkeit zurückzuführen. Andererseits widerstrebt es mir, jeden Erfolg öffentlichkeitswirksam auszuschlachten und mit Sprüchen wie „wir haben für sie erreicht“ Werbung in eigener Sache zu betreiben. Nichtsdestotrotz hat die Arbeit der PV transparent zu sein und auf den vorgegebenen Bearbeitungsebenen zu geschehen. Kurzfristige Erfolge, die auf „nicht-offiziellen Wegen“ erreicht werden, verblassen meistens recht rasch und bringen das hierarchische System Bundesheer ins Wanken. Über Mauscheleien und dadurch herbeigeführte, oft nicht nachvollziehbare Entscheidungen hat sich höchstwahrscheinlich schon der eine oder andere nicht nur gewundert sondern auch geärgert.

 

Die Tätigkeit als PV stellt hohe Anforderungen an die betroffenen Bediensteten. Grundsätzlich sollte nur kandidieren, wer nicht aus Eigennutz und Berechnung handelt, wer die ihm übertragenen Pflichten und Aufgaben erfüllt und wer bereit ist, sich über das vorgeschriebene Maß für seinen Beruf zu engagieren. Als weitere Voraussetzungen  wären Ehrlichkeit und Anständigkeit zu nennen.

 

Auch ein gewisses Maß an Idealismus wäre zweckmäßig, denn nur das unbedingt Erforderliche reicht für diese verantwortungsvolle Tätigkeit nicht aus.